Am Samstaghimmel stehn die ersten Sterne,
des Tages Glut ist seufzend ausgebannt;
sein Gläschen hebt der Ziegelbrenner gerne,
ist brüchig auch der Tisch und morsch die Wand.
Vorm Fenster zieht das Vieh des Dorfs zur Tränke,
uns in der untern Schenke klirrn im Sack
nur ein paar Kreuzer, wacklig sind die Bänke,
doch schön im Fenster blüht der goldne Lack.
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Es stehen keine Sprüche an den Simsen,
am Haken schwingt die luftgeselchte Wurst;
Speck taugt dem Bauer, doch für uns tut´s Brimsen,
die Pfefferschoten machen mächtig Durst.
Das, Männer, ist im Dorf die untre Schenke
Für Brenner, Häusler und dergleichen Pack;
Morsch ist die Wand und wacklig sind die Bänke,
doch schön im Fenster blüht der goldne Lack.
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Vorm obern Wirtshaus flattern Tand und Seide
Am Maibaum und es dröhnt die Kegelbahn.
Schwingt mir den Flederwisch aus Besenheide,
lasst mir die Würfel rolln und schnitzt den Span!
In jedem Dorf ist eine untre Schenke,
wie Bockmist stinkt der billige Tabak,
morsch ist die Wand und wacklig sind die Bänke,
doch schön im Fenster blüht der goldne Lack.
Theodor Kramer


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