Sonette

gump 071

soll ich dich einem sommertag vergleichen?

du bist viel lieblicher, so sanft am mai;

die blüten, rau vom wind gerüttelt, weichen

und sommers Pracht ist stets zu früh vorbei.

des himmels auge überhitzt bisweilen

und ebenso wird goldner glanz verstimmt;

und alles schön entschönt dann mal in teilen,

per zufall, oder jahreszeitbestimmt.

doch du, mein sommer, weder wirst verblassen,

noch sei verlorn die Schönheit, dir geweiht;

noch prahle todes schatten dich zu fassen,

da du im vers verwächst, in alle zeit:

so lange der mensch noch atmet, augen sehn,

so lang lebt dies und du wirst mitbestehn.

Auszug aus „Wellness.sonette“ von Konrad Prissnitz (Sonderzahl Verlag)

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3 Responses to Sonette

  1. Ich wünsche Konrad Prissnitz, dass viele Leute die solche Melodien der Wörter mögen sein Buch kaufen. Danke.

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  2. Ruthie sagt:

    Schööön! Und Du hast das Bild dazu herausgesucht?

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    • Ausgesucht, ja, aber, da ich kein Dichter, sondern Maler und Bildgestalter mit Fotografie bin, ist es umgekehrt. Ich suche für meine Bilder den mir passenden Text dazu. Und Lyrik hat etwas, was eine Stimmung auf den Punkt bringt. Genau so, wie ein gutes Bild.

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