Erich Fried – Meer

Wenn man ans Meer kommt
soll man zu schweigen beginnen
bei den letzten Grashalmen
soll man den Faden verlieren

und den Salzschaum
und das scharfe Zischen des Windes einatmen
und ausatmen
und wieder einatmen

Wenn man den Sand sägen hört
und das Schlurfen der kleinen Steine
in langen Wellen
soll man aufhören zu sollen
und nichts mehr wollen wollen
nur Meer

Nur Meer

Erich Fried

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4 Responses to Erich Fried – Meer

  1. ist das schön. und hätte ich erich fried nicht zugeordnet, hätte der name nicht dran gestanden. danke fürs teilen.

    Gefällt 1 Person

  2. Andrea sagt:

    Ich liebe Fried! Danke fürs Erinnern, das ist so schön!

    Gefällt 2 Personen

  3. … ich habe ein kleines Büchlein angelegt für schöne Wörter, Sätze und Gedichte. Dieses kommt definitiv mit hinein … !

    Gefällt 1 Person

    • Schön, Susanne, wenn du so etwas machst. Womöglich handgeschrieben? Ich bin ständig auf der Suche nach Texten die ein Bild so komprimiert in Worte einfangen können. Wenn du bei mir unter PROSA und LYRIK anklickst, so kannst du einige Jahre zurück auf die Suche gehen. Grüße zu dir aus Ligurien.

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