Kategorie: PROSA und LYRIK
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Und ich düse, düse im Sauseschritt…
Das Blau war ausser sich vor Freude Als wir geboren wurden. Denn zuerst war das Licht Dann folgte das Blau Dann folgte der Mensch Und das Blau erfand ein paar Maler Und dann und wann ein paar Dichter dazu. Elisabeth Borchers
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Wind Schatten
In der Dämmerung eil aufs Feld! Laß deine Spur am Grase für mich haften! Ich folge dir. Nimm den Weg, den gewohnten, bis zum Gold der Pappeln, bis zum dunkelviolett der Berge. Gib dich wandernd den Dingen anheim, streichle zärtlich die Bäume. Sie sollen mir deine Liebkosung zurückgeben, wenn ich vorbei komme. … DER SCHATTEN…
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Das Schwarze Meer
Weißt du, was so ein Tag ist -? Solch ein Tag, Da nicht mit schriller Stimme schon am Morgen Die Not dich weckt und Müdigkeit und Sorgen, Daß auch die kleinste Lust sich nimmer rühren mag – Da wanderst du hinaus in hellen Lerchenschlag Und spürst die Seele wundersam geborgen In Gottes reichem Feiertag… Und…
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Die Zeit ** 12 – Warum ?
Warum habe ich diesen Blog eigentlich angefangen? Um Aufmerksankeit zu erzeugen? Als eine Art Selbstdarstellung? Nein – um mit euch meine Freude zu teilen. Diesen Blog habe ich heute vor einem Jahr begonnen und freue mich immer wenn ich einen Beitrag finde, der in meinem Sinne die Qualität hat in diesen Seiten seinen Platz zu finden. Ich freue…
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Anbeginn
Auf einem Häuserblocke sitzt er breit. Die Winde lagern schwarz um seine Stirn. Er schaut voll Wut, wo fern in Einsamkeit die letzten Häuser in das Land verirr’n. Vom Abend glänzt der rote Bauch dem Baal, die grossen Städte knieen um ihn her. Der Kirchenglocken ungeheure Zahl wogt auf zu ihm aus schwarzer Türme Meer.…
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WASHINGTON
„Eines Tages las ich ein Buch, und mein ganzes Leben veränderte sich.“ Osman, der Ingenieurstudent aus Istanbul, verfällt nicht nur dem rätselhaften Buch, sondern auch der wunderschönen Kommilitonin Canan. Von der ersten Seite an hat er das Gefühl, das dieses Buch seine Lebensgeschichte erzählt. Osman beschließt, jene fremde Welt zu erkunden und schlägt alle Warnungen…
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Was werden wir sein
Was werden wir sein In hundert Jahren? Der Erde vermählt und Gott anvertraut, zwei Hände voll zärtlichem Staub. Christine Busta
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Die lange Geschichte einer Postkarte …
Schon ist mein Blick am Hügel, dem besonnten, den Weg, den ich kaum begann, voran. So fasst uns das, was wir nicht fassen konnten, voller Erscheinung, aus der Ferne an – und wandelt uns, auch wenn wir‘s nicht erreichen, in jenes, das wir kaum es ahnend sind; ein Zeichen weht, erwidernd unserm Zeichen… Wir aber…
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Ist morgen der Tag?
Der Blick in die Ferne ist flach und ist grau, Spannung und Stille, wenn nach innen ich schau‘. Herz wie fühlst du – ist morgen der Tag Auf den ich mit Sehnsucht Schon heut‘ denken mag?
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Warme Gefühle an kalten Tagen
Gute Nacht Fremd bin ich eingezogen, Fremd zieh ich wieder aus. Der Mai war mir gewogen Mit manchem Blumenstrauß. Das Mädchen sprach von Liebe, Die Mutter gar von Eh‘ – Nun ist die Welt so trübe, Der Weg gehüllt in Schnee. Ich kann zu meiner Reisen Nicht wählen mit der Zeit: Muß selbst den Weg…
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Die Welt – ein Tor
Die Krähen schrein und ziehen schwirren Flugs zur Stadt: bald wird es schnein – wohl dem, der jetzt noch – Heimat hat! Nun stehst du starr, schaust rückwärts, ach! wie lange schon! Was bist du Narr vor Winters in die Welt entflohn? Die Welt – ein Tor zu tausend Wüsten stumm und kalt! Wer das…
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Es war einmal …
…ein Königsschloß mit einem spitzen Turm. Auf diesem Turm war eine goldene Kugel und auf der Kugel war eine kunstvolle Wetterfahne. … ein König und eine Königin, die waren reich und hatten alles was sie sich wünschten, nur keine Kinder. Endlich erfüllte Gott ihre Wünsche; als das Kind aber zur Welt kam, sah’s nicht aus…
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Die Stille am Abend
Wie liegt im Mondenlichte Begraben nun die Welt; Wie selig ist der Friede, Der sie umfangen hält! Die Winde müssen schweigen, So sanft ist dieser Schein; Sie säuseln nur und weben Und schlafen endlich ein. Und was in Tagesgluten Zur Blüte nicht erwacht, Es öffnet seine Kelche Und duftet in die Nacht. Wie bin ich…
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Wintergarten
Deinen Briefumschlag mit den zwei gelben und roten Marken habe ich eingepflanzt in den Blumentopf Ich will ihn täglich begießen dann wachsen mir deine Briefe Schöne und traurige Briefe und Briefe die nach dir riechen Ich hätte das früher tun sollen nicht erst so spät im Jahr Erich Fried
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Gold
Zu Golde ward die Welt; zu lange traf der Sonne süßer Strahl das Blatt, den Zweig. Nun neig dich, Welt, hinab. Bald sinkt’s von droben dir in flockigen Geweben verschleiernd zu – und bringt dir Ruh, o Welt, o dir, zu Gold geliebtes Leben, Ruh Christian Morgenstern