Kategorie: PROSA und LYRIK
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How deep is the ocean – How high is the sky
How much do I love you I’ll tell you no lie How deep is the ocean How high is the sky How many times in a day Do I think of you How many roses are Sprinkled with dew How far would I travel Just to be where you are How far is the journey…
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il ponte
Abendlich tönet Gesang ferner Glocken, lächelnd versinkt voll Frühling ein Tag. Über das eigene Lied scheu erschrocken, verstummte die Amsel mitten im Schlag. Und in dem Regen, der nun begann, fing leise die Erde zu atmen an. Wolfgang Borchert
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Pâques, Ostern, Easter, Pasqua
Wohl um die tiefe Mittagszeit, Lag ich auf einem alten Stein, Vor mir in wunderlichem Kleid Standen drei Engel im Sonnenschein. O ahnungsvolles Frühlingsjahr! Im Acker schmolz der letzte Schnee, Und zitternd hing der Birke Haar In den kalten, klaren See. Vom Himmel wehte ein blaues Band, Und schön floss eine Wolke herein, Der lag…
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Im Süden sprang die Viper mich an
Vom Staub in den Schlaf getreten lag ich im Licht, und vom ionischen Salz belaubt hing ein Baumskelett über mir. Da fiel kein Traum herab. Da blüht kein Rosmarin, kein Vogel frischt sein Lied in Quellen auf. In meinem erstgeborenen Land, im Süden sprang die Viper mich an und das Grausen im Licht. O schließ…
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Erich Fried – Meer
Wenn man ans Meer kommt soll man zu schweigen beginnen bei den letzten Grashalmen soll man den Faden verlieren und den Salzschaum und das scharfe Zischen des Windes einatmen und ausatmen und wieder einatmen Wenn man den Sand sägen hört und das Schlurfen der kleinen Steine in langen Wellen soll man aufhören zu sollen und…
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Es leuchtet ein, das Gott eine Lösung war
Es leuchtet ein, dass Gott eine Lösung war und dass man nie wieder eine ebenso befriedigende finden wird. – Emil M Cioran
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Gib mir Flügel
„In die Lüfte!“ sprach mein Engel. „Dann gib mir die Flügel“, sagte ich! Wolfgang J. Reus
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Sehnsucht – anelito
Um bei dir zu sein, Trüg‘ ich Not und Fährde, Ließ‘ ich Freund und Haus Und die Fülle der Erde. Mich verlangt nach dir, Wie die Flut nach dem Strande, Wie die Schwalbe im Herbst Nach dem südlichen Lande. Wie den Alpsohn heim, Wenn er denkt, nachts alleine, An die Berge voll Schnee Im Mondenscheine.…
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Das Geheimnis ist bei dir
Du bist so schwer, wie die Erde dich anzieht, Wie deine Flügel flattern bist du leicht, Du bist so lebendig, wie lange dein Herz schlägt, Du bist so jung, wie deine Augen die Ferne sehen können… Du bist so gut wie die, die du liebst So schlecht wie die, die du hasst… Welche Farbe deine…
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Höllischer Februar
die kleine Ameise ist nicht da, rufst du, die mich sonst immer weckt, schlafen ist kleines sterben, ich sah ein hüpfendes braunes Blatt vom vergangenen Jahr über dem Pflaster, die alte schiefgewachsene Frau im grünen knöchellangen Hubertus- mantel hielt einen riesigen grünen Blumenkohl im Arm sorgsam wie … Kindes Kopf die Katze im Fenster blickte…
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Ich suche eine Insel
Ich suche eine Insel wo man atmen kann und träumen dass die Menschen gut sind Rose Ausländer
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Sieh die Wolken ziehn…
Lege den Finger auf den Mund. Rufe nicht. Bleibe stehen am Wegrand. Vielleicht solltest du dich hinlegen in den Staub. Dann siehst du in den Himmel und bist eins mit der Straße, und wer sich umdreht nach dir kann gehen als lasse er niemand zurück. Es geht sich leichter fort, wenn du liegst als wenn…
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Ich richte mir ein Zimmer ein…
Ich richte mir ein Zimmer ein in der Luft unter den Akrobaten und Vögeln: mein Bett auf dem Trapez des Gefühls wie ein Nest im Wind auf der äußersten Spitze des Zweigs. Ich kaufe mir eine Decke aus der zartesten Wolle der sanftgescheitelten Schafe die im Mondlicht wie schimmernde Wolken über die feste Erde ziehn.…
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Es war ein solcher Vormittag
Es war ein solcher Vormittag, wo man die Fische singen hörte, kein Lüftchen lief, kein Stimmchen störte, kein Wellchen wölbte sich zum Schlag. Nur sie, die Fische, brachen leis der weit und breiten Stille Siegel und sangen millionenweis‘ dicht unter dem durchsonnten Spiegel. Christian Morgenstern