Kategorie: PROSA und LYRIK
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Ein Traum ist unser Leben
Ein Traum, ein Traum ist unser Leben auf Erden hier. Wie Schatten auf den Wegen schweben und schwinden wir. Und messen unsre trägen Tritte nach Raum und Zeit; und sind (und wissen’s nicht) in Mitte der Ewigkeit Johann Gottfried Herder
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Ich weiß nicht wie weit der Samen fliegt
Ich weiß nicht, wie weit der Löwenzahnsamen, wie weit der Distelflaum fliegt. Ich atme und weiß nicht, ob mein Atem dem Wind und dem stillen Lufthauch nachhilft, die Flugpost der Erde auszutragen. Ich weiß nicht, wie fern, wie nahe sie landet, wem Löwenzahngold und Distelpurpur aufgehn wird übers Jahr. Mein Atem hat sie dir zugedacht,…
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Wetter
Nach meinem tod windiges wetter wolfswolken himmellang hingewälzt tja und ich dachte es werden sonnige kommen sonnige sonnige tage Jiri Grusa
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Wo das Blumenvolk haust
Grüne Wildnis, hinter dem Zaun zu schauen: Blätterschatten und Wipfelneigen, Und der Laube Geheimnis, bienenumbraust, Herbergende Zelle der Liebe, Und neben dem Kiesweg das Beet, Wo das Blumenvolk haust, Und über dem Wasserfaß steht Wie aus Gold die Libelle – Ach, daß es so sommerlich bliebe! Georg Britting
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Wirf deine Angst in die Luft
Wirf deine Angst in die Luft Bald ist deine Zeit um Bald wächst der Himmel unter dem Gras fallen deine Träume ins Nirgends Noch duftet die Nelke singt die Drossel noch darfst du lieben Worte verschenken noch bist du da Sei was du bist Gib was du hast. Rose Ausländer
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Aspettativa – in Erwartung
Ich hör dich doch, Obwohl du schweigst. Ich bin fast blind, wenn ich blinzle Und sehe mehr als du glaubst. Allein Fotos sind durch die Linse Ich seh‘ durch mein Ohr und durch meine Haut. Ich schließe die Augen und sehe dich nicht, Ich spüre die Wärme, ich brauche kein Licht. Der Blick in die…
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Träume
Es sind meine Nächte durchflochten von Träumen, die süß sind wie junger Wein. Ich träume, es fallen die Blüten von Bäumen und hüllen und decken mich ein. Und alle diese Blüten, sie werden zu Küssen, die heiß sind wie roter Wein und traurig wie Falter, die wissen: sie müssen verlöschen im sterbenden Schein. Selma Meerbaum-Eisinger
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Leuchte heller Spiegel mir
Leuchte, heller Spiegel, mir und blende ihn mit deinem Schein, dass sein Herz gehöret ihr – sein Leben mir allein! Wie der Falter, der sich fängt in dem hellleuchtenden Glanz und die Flügel sich versengt, so blende ihn nun ganz, und mein ist dann seine Seele! Sein Herz muss er ihr geben, zerstört ist dann…
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alles wartet. wartet auf…auf was warten wir?
Pinienvögel flogen herum und rochen nach pech wir schritten über die insel bereit zum paaren in nadeln nackt lagen wir und sahen bäume sie wuchsen aus unseren Körpern „Faune“ von Jirí Grusa
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Die Zeit **********20
Der Frühling ist die schönste Zeit! Was kann wohl schöner sein? Da grünt und blüht es weit und breit Im goldnen Sonnenschein. Am Berghang schmilzt der letzte Schnee, Das Bächlein rauscht zu Tal, Es grünt die Saat, es blinkt der See Im Frühlingssonnenstrahl. Die Lerchen singen überall, Die Amsel schlägt im Wald! Nun kommt die…
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Licht
Manchmal trifft man einen, der ist wie ein Licht, und man trifft ihn nicht zweimal im Leben. und man weiss: nur einmal dieses Gesicht. und man denkt: das darf es nicht geben, dass man einen Menschen verlor, ehe man ihn gefunden, und kein danach und kein davor… dieses Licht ist für immer entschwunden. geheimer Speicher…
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Die Zauberin Frau Zappelzeh
http://youtu.be/RMBlTnfpv18 Die Zauberin Frau Zappelzeh, Die isst nur frischgefallenen Schnee, fährt Windrad und spielt Wasserwerkel und fliegt auf einem Rosenferkel. Ihr Nachbar, der Herr Zwiedermann, Der gar kein bischen zaubern kann, Besteigt mit würdevoller Miene Missmutig seine Limousine. Er fährt sein Radio spazieren Und strampelt sich nicht ab mit Winden, Kann auch am Schnee nichts…
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Rot – Rot
eines abends gegen jede erwartung ging mir die stimme aus sie ging die treppe hinunter auf eine straße und auf noch eine straße ich sah wie sie da ging ein wenig schwach auf den beinen und die leute drehten sich nach ihr um eines abends es war zu erwarten ging mir die stimme aus und…
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Oh, wie ist es kalt geworden
Sehnsucht nach dem Frühling O wie ist es kalt geworden und so traurig, öd‘ und leer! Raue Winde wehn von Norden, und die Sonne scheint nicht mehr. Auf die Berge möcht‘ ich fliegen, möchte sehn ein grünes Tal, möcht‘ in Gras und Blumen liegen und mich freun am Sonnenstrahl. Möchte hören die Schalmeien und der…