Kategorie: PROSA und LYRIK
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Das Bächlein im Winterkleid
Das Bächlein (Schulliederbuch 1866) Du Bächlein silberhell und klar, du eilst vorüber immerdar; am Ufer steh‘ ich, sinn‘ und sinn‘: Wo kommst du her, wo gehst du hin? „Ich komm‘ aus dunkler Felsen Schoß, mein Lauf geht über Blum‘ und Moos; auf meinem Spiegel schwebt so mild des blauen Himmels freundlich Bild. Drum hab‘ ich…
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Nun wandelt auf verschneiten Wegen
Nun wandelt auf verschneiten Wegen die Friedensbotschaft durch die Welt; aus Ewigkeit ein lichter Segen in das Gewühl des Tages fällt. Schon blinkt die Nacht, die Glocken schwingen, und willig macht die Menschheit halt; das wilde Drängen, Hasten, Ringen entschläft; der wüste Lärm verschallt. Ein Opferduft aus Tannenzweigen, ein Wunderbaum mit Sternenpracht, und um den…
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Romantische Geschichten für warme Stuben
Lautlos graben die Bretter ins rieselnde Mehl, schaufeln es auf, versinken spurlos, abgeschnitten sind unsere Füße, nur auf den Stümpfen stapfen wir aufwärts. Der eine und der andere von euch wischt schon über die Stirn; ja, das macht warm, das Spuren im haltlosen Grund. Jetzt schließt sich der Wald um uns zusammen. Dick eingepelzt ist…
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Peter Handke
Erich von Stroheim: „Ich habe Ihnen doch schon die Geschichte von dem See erzählt?“ Henny Porton: „Nein.“ Er schaut Elisabeth Bergner an: sie schüttelt zärtlich den Kopf. Gleichzeitig sagt Jannings: „Nein.“ Stroheim: „Dann muss ich wohl nur daran gedacht haben.“ Henny Porton: „Hat es etwas mit der Stecknadel zu tun?“ Strohheim: „Ich saß am Morgen…
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Nebel über der Stadt
Noch zeichnen sich die Türme in die Schicht grau-finstern Qualms, in den die Stadt versunken. Nun schwinden sie, bald ist das letzte Licht von all den vielen Augen aufgetrunken. Hier oben, wo die letzten Häuser sind, neigt sich der Tag noch zögernd in die Beete dunkelnder Gärten, manchmal harft der Wind im Saitenspiel der Telegraphendrähte.…
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Maximilianstraße – jetzt mit Fotonachtrag – Tiffany Wien
Die Münchner Kammerspiele werden 100 und Elfriede Jelinek schenkt ihnen ein Stück: Über die Maximilianstraße, an der sich das Theater befindet, die aber dominiert wird von Edelboutiquen. Mode und Verkleidung ist denn anfangs das Leitmotiv von „Die Straße. Die Stadt. Der Überfall.“ Die scheue und zugleich selbstironische Autorin mit ausgeprägter „Schwellenangst“ lässt ihre Sehnsüchte mit…
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Music *11 – Melody Gardot – Baby I`m a Fool
How was I to know that this was always Only just a little game to you? All the time I felt you gave your heart I thought that I would do the same for you Tell the truth, I think I should have Seen it coming from a mile away When the words you say…
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La strada
Ach, Zypresse, hoch zu schauen Mögest du dich zu mir neigen habe dir was zu vertrauen Und dann will ich ewig schweigen Johann Wolfgang von Goethe
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Duino – am Rilkeweg – Sentiero Rilke
Engel, und würb ich dich auch! Du kommst nicht. Denn mein Anruf ist immer voll Hinweg; wider so starke Strömung kannst du nicht schreiten. Wie ein gestreckter Arm ist mein Rufen. Und seine zum Greifen oben offene Hand bleibt vor dir offen, wie Abwehr und Warnung, Unfaßlicher, weitauf. Zeilen aus den Duineser Elegien (7.) Rainer…
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Es kommt die Nacht
Der Himmel trägt im Wolkengürtel Den gebogenen Mond. Unter dem Sichelbild Will ich in deiner Hand ruhn. Immer muss ich wie der Sturm will, Bin ein Meer ohne Strand. Aber seit du meine Muscheln suchst, Leuchtet mein Herz. Das liegt auf meinem Grund Verzaubert. Vielleicht ist mein Herz die Welt, Pocht – Und sucht nur…
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Stille am Fluss
Und als die Feinde näher kamen und die Reiter des Herzogs geordnet sahen, hielten sie plötzlich an und warteten ein Weilchen. Es war ein Mann unter ihnen, der den größten Schlachtenschmuck hatte. Er war in ein gegürtetes Gewand von grauem Sammet mit silberner Verzierung gekleidet. Darüber trug er ein schimmerndes Panzerhemd und einen Gürtel mit…
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Ganz leise kommt der Regen …
Der wandernde Wind auf den Wegen War angefüllt mit süßem Laut, Der dämmernde rieselnde Regen War mit Verlangen feucht betaut. Das rinnende rauschende Wasser Berauschte verwirrend die Stimmen Der Träume, die blasser und blasser Im schwebenden Nebel verschwimmen. Der Wind in den wehenden Weiden, Am Wasser der wandernde Wind Berauschte die sehnenden Leiden, Die in…
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Der Mond, der geht schlafen und die Nacht bricht herein…
Mein Leben setzt sich zusammen: Ein Tag wie dieser. Ein anderer Tag. Glut und Asche und Flammen. Nichts gibt es, was ich beklag. Früher habe ich so gefühlt: Irgendwas Großes wird sein. Inzwischen bin ich abgekühlt: Es geht auch klein bei klein. Was soll schon Großes kommen? Man steht auf, man legt sich hin. Auseinandergenommen,…
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Music ******** 8 – I’ve looked at clouds from both sides now
Rows and flows of angel hair And ice cream castles in the air And feather canyons everywhere I’ve looked at clouds that way But now they only block the sun They rain and they snow on everyone So many things I would have done But clouds got in my way I’ve looked at clouds from…
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12.VIII.1932 – Ich sehe aus deinem Brief, daß du eine Nachricht von mir nicht erhalten hast…
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