Kategorie: PROSA und LYRIK
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Pfiat de Gott, mei liabe Oima, pfiat die Gott tausend mal
Da Summa is aussi, muass i obi in´s Tal. Pfiat de Gott, mei liabe Oima, pfiat die Gott tausend mal! Sche´stad is schon wordn ja, koa Vogerl singt mehr, ja. Und es waht schon da Schneewind vom Wetterstoa her, ja. Und es waht schon da Schneewind vom Wetterstoa her. Ös Stoawänd, ös Gamsberg, pfiat Gott…
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Die einzigen Pflanzen, die sich diesen Sommer über die lange Hitze gefreut haben – meine Oleanderstöcke
In einem Buche blätternd, fand Ich eine Rose welk, zerdrückt, Und weiß auch nicht mehr, wessen Hand Sie einst für mich gepflückt. Ach, mehr und mehr im Abendhauch Verweht Erinnrung; bald zerstiebt Mein Erdenlos, dann weiß ich auch Nicht mehr, wer mich geliebt. Nikolaus Lehnau
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Abendgewitter
Glühend unter hellen Regenschwärmen Lauf ich in den Glanz der blanken Welt, wenn Musik aus allen Traufen fällt und im Laub die nassen Spatzen lärmen. Alles hat mich lieb: die flinken Tropfen Küssen mir die Wangen, Stirn und Mund, Und die Pfützen blicken froh und rund, triefend kämmt am Zaun mich wilder Hopfen. Sind die…
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Schneefeld – Alpi Maritime – a Vallone della Maris
In den Julitagen wünschen wir des Winters Schnee und Eis, Und im Frost des Winters hätten wir die Sonne gerne heiss. Glücklich ist, wer sich bescheidet; Doch so treiben wir die Dinge: Fremdes Gut wird hochgeachtet, Eignes Gute nur geringe. Heinrich Hoffmann
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Sommermittag – Eines der vielen, vielen Wandmalereien an Hauswänden im Gebiet von Alpi Maritime und Mercantor
Nun ist es still um Hof und Scheuer, Und in der Mühle ruht der Stein; Der Birnenbaum mit blanken Blättern Steht regungslos im Sonnenschein. Die Bienen summen so verschlafen; Und in der offnen Bodenluk‘ Benebelt von dem Duft des Heues, Im grauen Röcklein nickt der Puck. Der Müller schnarcht und das Gesinde, Und…
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Ich staune
Ich staune, dass die rote Farbe rot ist, Ich staune, dass die gelbe gelb erglimmt. Ich staune, dass, was ringsum lebt, nicht tot ist, Und dass, was tot ist, nicht ins Leben stimmt. Ich staune, dass der Tag alltäglich nachtet, Wenn ihm das Licht verwest zur Dämmerung. Ich staune, dass frühmorgens überfrachtet Von Sonnenglück, ein…
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Kasimir Edschmid
Ich liebe, Freunde, vor allem Musik, Radau und rauschvolle Dinge tun Und eine Dame, die gute Glieder hat. O, wie funkelschön sind Gespräche, die hochzucken Gleich Dolchen und aufeinanderzischen, und dies Liebe ich: Honette, Reiche und den, der dem Feind Ins Gesicht spuckt. Lob aus dem Mund irgendeines Strömend gefällt mir und Siesta, wenn es…
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Pfingstrosen
Spürst du es nicht, wenn ich um dich weine, bist du wirklich so weit? Und bist mir doch das Schönste, das Eine, um das ich sie trage, die Einsamkeit. Selma Meerbaum-Eisinger
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Die Zeit **********30
Man kennt einen Mann, ebenso eine Frau, nur ein einziges Mal. Der Freund, von dem du gestern Abschied genommen, ist heute ein anderer, du kennst ihn nicht länger, die Welt verändert sich in einer Nacht, nicht einmal die Treue kann die Zeit besiegen, was man besitzt, das besitzt man nur während des flüchtigen Augenblick; im…
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Ziehende Landschaft
Man muss weggehen können und doch sein wie ein Baum: als bliebe die Wurzel im Boden, als zöge die Landschaft und wir ständen fest. Man muss den Atem anhalten, bis der Wind nachlässt und die fremde Luft um uns zu kreisen beginnt, bis das Spiel von Licht und Schatten, von Grün und Blau, die alten…
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Die blaue Stunde vor der Nacht
Die Menschen, die nach Ruhe suchen, die finden Ruhe nimmermehr, weil sie die Ruhe, die sie suchen, in Eile jagen vor sich her. Wilhelm Müller
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Wie in spiegelnden Wellen
So rein wie in spiegelnden Wellen das Weisse des Wassers so schwerelos licht so gelöst wie leuchtende Leere Alois Hergouth
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Wo sind die Götter hin?
Wo bin ich? Wer sind Sie? Was tue ich hier? Bringen Sie mich überallhin, Überallhin, nur nicht hierher, Lassen Sie mich alles vergessen, Das ich gewesen bin Erfinden Sie meine Vergangenheit, Geben sie der Nacht einen Sinn. Erfinden Sie die Sonne Und die befriedete Morgenröte Nein ich bin nicht müde, Ich werde Sie küssen Sind…
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Doch die Augen der Finsternis spiegeln das Gold
Langsam zerfließt die Zeit die Zeit auf dem Wasser Blau schäumt in Rot Rot rauscht in Grau – schwarzer Strom durch den ruhelosen Schlaf Doch die Augen der Finsternis spiegeln das Gold aus dem Abgrund – gewölbte Erinnerung – traumweit langsam –sehr langsam und licht Eine Stunde im Leeren umrankt vom Gelächter der Freude dem…